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Tropfsteinhöhle Salzstock Gorleben Drucken E-Mail

Grafik GreenpeaceAm 22. Februar 1977 benannte der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) Gorleben zum Standort für ein Nukleares Entsorgungszentrum. Die nahe Grenze zur damaligen DDR, ein politisch genialer Schachzug. Vorgesehen waren ein Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, ein Transportbehälterlager für Castorbehälter mit hochradioaktiven, abgebrannten Brennelementen und ein Endlager im Salzstock Gorleben-Rambow.

Doch schon vier Jahre später stellten Wissenschaftler fest, dass sich über dem Gorlebener Salzstock keine durchgehende Tonschicht befindet, die das Salz 100-prozentig vom Grundwasser trennt. Das war der Atomindustrie und der Politik jedoch gleichgültig. Sie schufen immer weiter Tatsachen: Eine Anlage zur endlagerfähigen Bearbeitung (Konditionierung) der Abfälle wurde 1986 in die Planungen aufgenommen und ist seit 1998 betriebsbereit (PKA). Über dem Salzstock nahm die Bundesregierung 1995 ein oberirdisches "Zwischenlager" für Atommüll in Betrieb.


Kernstück des Nuklearen Entsorgungszentrums ist das geplante Endlager im Salzstock. Ohne die Deponie ergibt der Betrieb der anderen Atomanlagen an dieser Stelle keinen Sinn. Aus geologischer Sicht äußerst sonderbar: Bis zur Standortbenennung Gorleben lagen keine Untersuchungen darüber vor, ob sich der Salzstock überhaupt dafür eignet, radioaktive Abfälle für viele Millionen Jahre von der Biosphäre zu isolieren.

Der Gorlebener Salzstock ist etwa 14 Kilometer lang und bis zu vier Kilometer breit. Er reicht aus ungefähr dreieinhalb Kilometern Tiefe bis etwa 260 Meter unter die Erdoberfläche. Das so genannte "Erkundungsbergwerk" umfasst zwei Schächte von 840 und 940 Meter Tiefe. Sie sind in 840 Meter Tiefe durch einen horizontalen Stollen miteinander verbunden. Zusätzlich sind im Erkundungsbereich weitere Stollen aufgefahren worden. Die Energieversorger haben bisher knapp 1,5 Milliarden Euro in Gorleben versenkt, ein vielfaches der Summe, die von Fachleuten für eine "Erkundung" veranschlagt wird. Es deutet vieles darauf hin, dass die Arbeiten weit über die Erkundung hinaus gegangen sind.

Im Juni 2001 unterzeichneten Vertreter der rot-grünen Bundesregierung den so genannten Konsensvertrag mit den Energieversorgungsunternehmen. In diesem Vertrag wird der Salzstock Gorleben als „eignungshöffig“ bezeichnet. Die Stromkonzerne interpretieren diese Bewertung in ihrem Sinne und erklären den Salzstock als Endlager geeignet. Sie verweigern die Mitarbeit bzw. Finanzierung einer neuen Standortsuche. In den vergangenen Jahren haben die Atomkonzerne etwa 31 Millionen Euro von ihren Kunden – über den Strompreis - für den Rückbau der Atomkraftwerke und die Beseitigung des Atommülls kassiert. Dieses Geld konnten sie steuerfrei „zur Seite legen“ und für den Machtausbau nutzten. Neue Segmente in der Müllverbrennungs-, Gas-, Wasser-, oder IT-Branche wurden so finanziert und ihre eigene Position gefestigt.

Nirgendwo auf der Welt kann es eine verantwortbare Lösung dafür geben, die noch Tausende von Jahren anhaltende tödliche Strahlung der hochradioaktiven Abfälle von der Umgebung abzuhalten. Dieses kann nur bedeuten, die Atomkraftwerke abzuschalten - weltweit. Sofort!

 
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